Das kulturelle und geschichtliche Erbe

Die Ortschaft Pirovac

Die Ortschaft Pirovac ist die mittelalterliche Siedlung und die Festung des ältesten kroatischen Adels.Ortschaft hat die Namen: Zlosela, Slosella, Slosslein, Izlus(e)l bis zum Jahr 1931 getragen. Sie wurde zum ersten Mal im Jahr 1298 als ein Besitz der kroatischen Adelsfamilie Subic (XI - XIV Jahrhundert) erwähnt, welche in der Familienverbindung zu den kroatischen Königen Dmitar und Petar Kresimir IV stand. Das bisherige Wissen über die Geschichte dieser Ortschaft weist auf die Verbindung der Ortschaft zu dem Templer-Stützpunkt auf dem Vransko See hin.

Die Templerfestung in Vrana

Der König Dmitar Zvonimir hat dem Papst das Kloster sv. Grgur (Hl. Gregor) in Vrana als ein Hospitium überlassen. In ihm befanden sich laut der Abschrift der Beeidigung von Dmitar Zvonimir zwei goldenen mit Edelsteinen besetzten Kronen. Es wird vermutet, dass das die Kronen der Könige Tomislav und Stjepan Drzislav sind, über welche schon seit Jahrhunderte die Legenden in kroatischem Volk kreisen.

Das erste Erwähnen von Pirovac als Sloslein/Slosella wird mit der Zeit der Kreuzkriege verbunden, als in der Nähe von Pirovac, an dem Vransko See, ein starker Stützpunkt der Templer war, und über den Küstenweg die tausende und tausende Ritter und Abendteuerer aus ganzem Europa in das Heilige Land gereist sind.

Der alte Ortskern

Auf den Karten aus 16. und 17. Jh. wurde Pirovac als „Sloßeln, Sloslein“ eingezeichnet, was auf deutsch „Schlosslein“ bedeutet, oder die Kleingehöfe wie es einige in der Umgebung von Pirovac gab. Aus „Sloßeln“ hat sich im Volk wahrscheinlich der Namen „Zlosela“ entwickelt. Es sollte auch nicht die Möglichkeit ausgeschlossen werden, dass Pirovac eine Art der „Festung/Schlosses am Meer“ einer der kroatischen Könige, und später auch für die Templerritter vom Vransko See war.

Bis Mitte 19. Jh. ist Pirovac eine von den Mauern umgebene Insel gewesen, und zu der Insel konnte man von dem Dorftor über die Zugbrücke in die Siedlung gelangen. Durch die Aufschüttung am Anfang des 20. Jh. wurde er zu einem Teil des Festlands, und das Stadtor wird zur Erinnerung an die Kämpfe mit den Osmanischen Eroberern gegenüber welchen die mutige Pirovacer über die Jahunderte die starke Abwehr geleistet haben, so dass die Osmanen nie auf Dauer geschafft haben über diese Mauer durchzudringen.

Das Schloss der Familie Draganic-Vrancic (XV Jh.)

Die Grafenfamilie Draganic hat als der Sibeniker Adel, welcher von der Adelsfamilie der kroatischen feudalen Herren Subic (XI - XIV Jahrhunderte) stammen, die Ortschaft Pirovac von der verwandten Sibeniker Grafenfamilie Misic gekauft und die Ortskirche gebaut. Auch haben sie das gekaufte Schloss vergrössert und erweitert.

Das Schloss wurde an der Aussenfassade und mit den Stuckarbeiten im Stil der Neorenessance mit dem am Schornsteinlösung sichtlichen Mauren-Einfluss eingerichtet. In diesem Schloss wurden seit Jahrzehnten die wertvollen und die für die kroatische Geschichte bedeutenden Dokumenten gehalten (das Testament von Faust Vrancic, die Urkunden der europäischen Herrscher, das Tizianos Portret von Faust Vrancic, die Kunstwerke von Andrije Medulic/Andrea Schiavonea...), und auch wurde hier die wertvolle Familien-Bibliothek untergebracht. Das Schloss wurde in den vergangenen Zeiten von vielen berühmten Personen besucht, unter ihnen sind auch der zivile Verwalter von Dalmatien Vincenzo Dandolo, der Verwalter der Ilirischen Provinzen Marschal Auguste Frederic Louis Viesse de Marmont, der Autor des Buches „Put po Dalmaciji“ „Reise über Dalmatien“ /„Viaggio in Dalmazia“ Alberto Fortis, der Schrifststeller Ante Marinovic, der berühmte italienische Geologe Giovanni Arduino, der Reisende Giacomo de Concina und viele andere angesehenen Personen der vergangenen Zeiten.

Die Pfarrkirche Gospa Karmelska

Die Pfarrkirche Gospa Karmelska wurde im Jahr 1506 gebaut und befindet sich im alten Ortskern. Sie wurde im 18. Jahrhundert im Barrockstil rekonstruiert. Sie wurde von der Familie Draganic gebaut. An ihrem Portal befindet sich die Statue des Erzengels Gabriels - eine Arbeit von Bonino da Milano. Es wird gehalten, dass dieser Boninos Werk und die auf dem Friedhof sv. Juraj (Hl. Georg) befindliche Statue der Mutter Gottes der Komposition der Verkündigung gehörten und man geht davon aus, dass sie früher auf den Säulen am westlichen Portal der Sibeniker Kathedrale standen.

Das Dorftor

Das Dorftor mit den Resten der Festungsmauer aus dem 16. Jahrhundert. Das Tor wurde im Jahr 1505 vom Graf Petar Draganic für die Verteidung von Türken gebaut. Der berühmte Verteidiger Mihovil Urem, Kapitän von Pirovac, hat Mitte des 17. Jahrhunderts von dort aus mit heissem Öl die Osmanen vertrieben und sie zum Flucht gebracht. Danach wurden in Dalmatien die Geschichten darüber erzählt und die Volkslieder darüber gesungen, welche zu einer Legende über dieses Ereignis, bei welchem der Feind vertrieben worden ist und Pirovac gerettet wurde, geführt haben. Auch wurde am unteren Teil des Dorftors ein Templerkreuz eingemeiselt.

Am Dorftor- dem Zentrum des gesellschaftlichen Lebens in Pirovac- , haben sich über Jahrhunderte in den Nachmittagsstunden und am Abend, besonders an den Sonntage, alle Bewohner getroffen und in diesem Beisamen auch die gemeinsame Geschäfte und die Familienangelegenheiten geklärt, Handel getrieben usw. Jeden Abend nach dem Gottesdienst ist am Dorftor der Herr von Ortschaft Pirovac, Graf Draganic-Vrancic, erschien, und er wurde von Dorfbewohnern mit Hut-ab und herzlichen Grüssen gegrüsst So war das bis zu dem letzen Herrscher von Pirovac Ljubomir Draganic-Vrancic, welcher zu Ende vom Ersten Weltkrieg nach seinem finanziellen Krach, sein ganzes Besitztum ausverkauft hat und nach Zagreb umgezogen ist, womit die Verbindung zwischen Familie Draganic-Vrancic und Pirovac, welche mehr als 400 Jahre (vom 1503 bis 1919) gedauert hat, unterbrochen worden ist.

Der Friedhof und die gotische Kirche Sv. Jurja (Hl. Georg) (XV Jh.)

Der Friedhof und die gotische Kirche Sv. Jurja (Hl. Georg) (XV Jh.) ist der älteste Friedhof in Pirovac. Im Kirchlein befinden sich die uralten Altare mit den sakralen für die Zeit der Gotik typischen Ölbildern. In der Friedhofskapelle der Adelsfamilie Draganic-Vrancic befindet sich der gotische Sarkophag mit der Reliefdarstellung der Mutter Gottes, ein Werk des Bildhauers Bonino da Milano (1429). Es wird gehalten, dass dieser Werk von Bonino und die auf dem Friedhof sv. Juraj/Hl. Georg befindliche Statue von Mutter Gottes der Komposition der Verkündigung gehörten und man geht davon aus, dass sie früher auf den Säulen am westlichen Portal der Sibeniker Kathedrale standen.

An dem Seiteneingang in die Kapelle ist die glagolitische Schrift aus 1495 eingemeiselt, welche über die mehrjahrhundert lange Anwendung der alten kroatischen Schrift Glagolitza zeugt. Die Aufschrift besagt die Fertigstellung des Bau- und Steinmetzwerkes des Meister Mihovil auf der Kirche. Dem Nachnamen nach ist möglich, dass es sich dabei um den Steinmetz Mihovil Sohn von Jakov, aus Sibenik, handelt, welcher in diesen Jahren in Zadar zusammen mit dem Meister Mihovil Radovan aus Zadar gearbeitet hat, und im Jahr 1488 zusammen mit dem Spliter Meister Petar Mestrovic gearbeitet hat.

Die Kirche Sveti Juraj u polju

Die Kirche Sveti Juraj u polju (Hl. Georg im Feld) (15. oder 16. Jh.) ist 6 km von Pirovac entfernt und hat als Kirche im Pirovacer Feld den Landwirten aus dem Ort gedient, die vor, während und nach der Arbeit den Bedarf hatten den Ritus in Form von verschiedenen Andachten, Gebet und ähnlich zu halten. In der unmittelbaren Nähe der Kirche befindet sich der altkroatische Friedhof.

Die Festung in Kasic mit dem Aussichtspunkt

Es handelt sich um eine der vielen mittelalterlichen Fortifikation-Festungen, welche in relativ geordneten Abständen von dem Gebiet Dalmatiens bis nach Karlovac verteilt worden sind, bzw. sie haben die unruhige, unbeständige und veränderbare Drei-Länder-Gränze - Triplex Confinum genannt -, zwischen Kaisertum der Osmane, Republik Venedig und Österreich-Ungarn gefolgt. Per diese Festungen wurden nachts die Feuersignale von der Festung zu Festung gesendet, und so wurden von dem südlichen bis mittleren Teil Kroatien in nur ein paar Stunden die Informationen über die Bewegungen der feindlichen Armee gesendet, was dann ein schnelles Vorbereiten und Organisation der Verteidigung von den überraschenden Attacken des feindlichen Eroberers ermöglicht hat.

Das pyramidenförmige Denkmal

Gebunden mit der Änderung des Ortsnamens, und anlässlich der Feierlichkeiten des 1000ste Jubiläums der Krönung des kroatischen Königs Tomislav, wurde in Pirovac das pyramidenförmige Denkmal gesetzt, auf welchem der Text steht:
“Des historischen Namens Pirovac – für Ritterschaft von Türken Zlosela benannt- setzt ein Denkmal zur Zeit des Volkskönigs Alexander, seinem ersten kroatischen König Tomislav 925-1925. J.”

Das Denkmal, wie auch die Tafel am Dorftor wurden im Jahr 1930 aufgedeckt, was mit der Änderung des Namens von Zlosela zu Pirovac zusammenfällt. Mit Grösse des pyramidalen Denkmals wollte man die Bedeutung des Jubiläums, wie auch die Verbundenheit von Pirovac mit der kroatischen nationallen Geschichten hervorheben.

Die Reste des alten Franziskanerkloster (1511).

Befinden sich auf der Insel St. Stjepan (Hl. Stephan) auch Sustipanac genannt. In der Pirovacer Bucht, direkt vor der Ortschaft befindet sich das Inselchen Sustipanac, welches die Ortsbewohner seit Jahrhunderten „Mojster“ nennen. Auf der Insel wurden die Reste der römischen Zivilisation gefunden. Der Name Mojster wurde mit „magister“ verbunden (Magister – Oberhaupt der templern Provinz). Und tatsächlich besteht gegenüber an der Küsten die Lokalität Porat, wo keine Reste der Siedlungen vorgefunden wurden, aber ihr Namen auf das Bestehen des von den Historikern beschriebenen Hafens hindeutet. Diese Historiker sind davon ausgegangen, dass auf diesem Gebiet ein Hafen bestehen musste, welcher die per Seeweg kommenden Ware empfangen hat um sie weiter zu dem See zu bringen, und von dort aus wurde die Ware zu der Templer-Festung in Vrana transportiert.

Die neueren Forschungen in Grossbritannien besagen, dass der englische König Richard Löwenherz bei seinem Rückkehr nach den Kreuzkriegen im Heiligen Land die Städte Dubrovnik, Split, Zadar, Pula und Trieste besucht hat. Da Richard Löwenherz auch ein Termpelrritter und ein bekannter Felderr war, ist logisch dass er auch die Templer-Festung in Vrana besucht hat, welche derzeit das Zentrum des Templarenordens im damaligen Ungarn war und hier für eine Weile geblieben ist. Er konnte sich nur auf drei Stellen aufhalten: auf der Insel Mojster (Sustipanac), in Slosslein (Dvorcicima/Höflein) heutigem Pirovac oder im Templarenschloss auf Vrana.

Das Kirchlein Sv. Martin (Hl. Martin), die Reste der römischen Bauten und der romischen Salzanlage

Die Kirche ist wahrscheinlich für den gleichen Zweck wie auch die Kirche Sv. Jurja u polju (Hl. Georg im Feld) (XV oder XVI Jh.) gebaut worden. Die archäologischen Vorbereitungsforschungen des ganzen Gebietes der heutigen Gemeinde Pirovac haben als Ergebnis die Entdeckung vieler Lokalitäte aus verschiedenen Epochen menschlicher Geschichte gehabt, aber nur wenige dieser Forschungen wurden beendet. Doch man kann mit der Sicherheit behaupten, das direkt am Ende der Pirovacer Bucht im Meer die Säule gefunden worden sind, welche über das Bestehen der römischen Salzanlage und deren Nebengebäuden zeugen. Das neben dem bekannten Olivenanbau und Weinanbau dieses Gebietes zeugt über die mehrhundertjährige organisierte Wirtschaftstätigkeit auf diesem Gebiet. Ausserdem, vor halbem Jahrhundert haben die Forscher die ausserordentliche Heilkraft des hier bestehendes Schlammes entdeckt, was in der Zukunft die Möglichkeiten für die neuen Formen des Gesunheitstourimus öffnet. Auch befinden sich an der nordöstlichen Seite des Kirchleins die Grabsteine mit dem eingemeiselten Zeichen, welche besagen, dass hier die Ritter begraben worden sind.

Znamenite ličnosti Pirovca

Opat grof Petar Jeronim Draganić Vrančić (1738.-1821.)

Newsletter